Gemeinschaftspraxis
Dr. Rossa & Partner
Mundenheimer Strasse 251
67061 Ludwigshafen
Implantate bieten Ihnen bissfeste Lebensqualität
Weitere Infomationen über unsere Zahnarztpraxis finden Sie hier:
HP :: Zahnärzte für ImplantologieIm ersten Teil der Artikelserie wurde festgestellt, dass der prophezeite Implantologieboom
2005 ausgeblieben ist; im zweiten Teil wurde anhand von Behandlungsbeispielen
herausgearbeitet, dass die Hoffnungen, die an die Einführung des Festzuschussystems
der GKV geknüpft wurden, zumindest finanziell nicht berechtigt waren. Anhand eines
Vergleichs mit dem Premiumsegment der Automobilbranche warf der Autor die These auf,
dass nicht nur die Perfektionierung der implantologischen Versorgungen, sondern auch
deren Vereinfachung sowohl in der Implantatzahl als auch der Versorgungsprotokolle zu
einer Vergrößerung des Implantatsegmentes in der Zahnheilkunde führen kann.
Warum nimmt nur ein kleiner Teil der Kolleginnen und Kollegen und damit ihrer Patienten
an der implantat-prothetischen Versorgung teil?
Zunächst ist auf Patientenseite sicherlich der relativ hohe Preis als Argument ins Feld zu
führen, allerdings ist das nicht ganz stichhaltig, da sicherlich nicht mehr als die Hälfte der
deutschen Zahnarztpraxen überhaupt keine Patienten hat, die Wert auf fest- oder
festersitzende Zähne hat oder nicht gewillt ist, für mehr Kaukomfort mehr finanzielle Mittel
zu investieren.
Neben der medizinischen und ästhetischen Perfektionierung ist die Implantologie immer
komplexer und unübersichtlicher geworden, sowohl in der einzelnen Versorgung als auch
in der Anzahl der Varianten für eine einzelne Behandlungssituation. Schon für die
einfachen Mitglieder der implantologischen Verbände ist es schwierig, den Kongressund Veröffentlichungshochflügen unserer Koryphäen zu folgen.
Die Vermutung liegt nahe, dass die Mehrzahl der Kollegen - profan ausgedrückt - vor
lauter Bäumen den Wald der implantat-prothetischen Versorgung nicht mehr sieht.
Vereinfachte implantat-prothetische Protokolle können sowohl die finanzielle Akzeptanz
der Patienten als auch die Behandlungsfreude und -willigkeit der überweisenden Kollegen
steigern.
Wo liegt der Ansatzpunkt der simpler-in-practice-Konzepte? Zunächst müssen wir
analysieren, worin die Kosten einer implantat-prothetischen Versorgung begründet liegen.
Vordergründig natürlich in den Kosten der Implantatsystemteile. Hierbei ist der absolute
Preis des Implantatsystems nicht das Entscheidende. Wichtiger ist die Anzahl der
notwendigen Implantate und der für die Versorgung benötigten Implantatzubehörteile. Ein
noch erheblicherer Teil entfällt auf die Fremdlaborkosten. Ebenfalls sehr entscheidend ist
die Behandlungszeit, die der Zahnarzt benötigt, um die Versorgung herzustellen. Das
Behandlungsprotokoll für simpler-in-practice-Versorgungen hat also zum Ziel,
konzeptionell mit der Mindestanzahl an Implantaten auszukommen, die medizinisch
vertretbar sind, mit prothetisch möglichst einfachen Verbindungselementen zu arbeiten
und mit möglichst wenigen Sitzungen zum Ziel zu kommen. Außerdem soll der implantatprothetisch
arbeitende Kollege und der umsetzende Zahntechniker möglichst vollständig
auf bekannte zahnprothetische Konzepte zurückgreifen können und wenig bis keine
implantologischen Spezialwerkzeuge benötigen.
Als klinische Fallbeispiele möchten wir Ihnen vorstellen:
1.Zahnloser Kiefer
2.Pfeilervermehrung in der kombiniert festsitzend-herausnehmbaren Prothetik
3.Einfache Einzelzahnimplantate
4.Unterstützungsimplantate zur Rettung bestehender Kombi-Prothesen
1. Simpler-in-practice-Konzept für zahnlose Kiefer - Beispiel Unterkiefer
Die klassische Indikation enossaler Implantologie soll möglichst einfach, zeiteffektiv und
ökonomisch mit einer basisreduzierten Modellgussprothese versorgt werden. Getreu der
Konzeptvorgabe werden zwei Implantate in regio 33 und 43 inseriert und heilen klassisch
gedeckt ein. Dieses Konzept haben wir gewählt, weil die Implantatprothetik durch die/den
jeweils überweisende(n) Kolleg(in)en durchgeführt wird. Als Verbindungselement haben
wir Ball-Attachements mit Gummi-Zentrierringen und Nylon-Caps als Matrize gewählt; der
unschlagbare Vorteil dieser Attachements ist die geringe Bauhöhe über der Schleimhaut
und die einfache Handhabung für Zahnarzt, Zahntechniker und Patienten.
Selbstverständlich kann der geneigte Leser das Konzept mit jedem beliebigen
handelsüblichen Kugelkopfattachement durchführen. Beachten Sie bitte nur, dass mit der
Vergrößerung der Bauhöhe die interokklusalen Platzprobleme steigen.

Nylon-Cap mit Gummi-Ring
Bei der Freilege-OP beginnt der Unterschied zur konventionellen Implantat-Prothetik. Statt
eines Sulkusformers inserieren wir sofort die Ball-Patrize und ziehen sie mit endgültigem
Drehmoment fest. Ab jetzt benötigt der zuweisende Kollege und sein Zahntechniker keine
zusätzlichen Implantatzubehörteile (außer den Ball-Attachements incl. Nylon-Cap und
Zentrierring) und keine Spezialwerkzeuge mehr.

Rechts: Ball-Patrize mit Gummizentrierring
Mitte: Ball-Patrize mit Gummizentrierring
und Nylon-Cap-Matrize
Der Gummizentrierring und das Nylon-Cap werden auf die Ball-Patrize aufgesetzt,
hierüber nehmen wir einen Alginatabdruck. Das Nylon-Cap wird entnommen und die alte
Totalprothese in regio 33 und 43 großzügig an der Basis ausgeschliffen, um Platz für die
Ball-Patrize zu schaffen, sie erfüllt nun die Funktion des Sulkusformers.
Die Nylon-Caps mit Gummi-Ringen erhält die/der überweisende Kolleg(in)e, den
Alginatabdruck das (Fremd-)Labor.
Die Implantat-Prothetik ist für die/den Kolleg(in)en jetzt vergleichbarer einer Teleskopprothese
auf 33 und 43, für das Labor ähnelt sie einer Totalprothese mit
Metallverstärkung.
Der Zahntechniker stellt aus dem Alginatabdruck des Unterkiefers ein Modell her, in regio
33 und 43 hat er nun Gipsanaloge des Ball-Attachements mit Nylon-Matrizen, vergleichbar
mit kurzen, dünnen Zahnstumpfen. Hierüber fertigt er einen individuellen Löffel.
Im nächsten klinischen Arbeitsschritt steckt der Kollege das Nylon-Cap auf die Ball-
Patrize, wie ein Primärteleskop auf den Zahnstumpf, und führt eine (Impregum-)
Sammelabformung wie in der Teleskopprothetik aus. Die Nylon-Caps werden aus dem
Abdruck entfernt und verbleiben bis zur Fertigstellung bei der/dem Kolleg(in)en.
Komplette Ball-Attachements in Situ
Umspritzen mit Impregum
Sammelabdruck mit Impregum
Der Zahntechniker stellt das Meistermodell her.
Die Arbeitsschritte Bissnahme und Wachsanprobe entsprechen der Cover-Denture-Prothetik, die Schablonen werden durch die Ball-Patrize ausreichend lagestabilisiert.
Habituelle
Wachsanprobe
Kieferrelationsbestimmung
Bei der Modellgussherstellung soll der Zahntechniker den Bereich der Ball-Attachements
0,2-0,5mm hohl legen, um die Differenz der Schleimhautresilienz zum ankylotischen
Implantat auszugleichen.
In der Fertigstellungssitzung verklebt der Zahnarzt die Ball-Matrize spannungsfrei mit dem
Modellguss; zu diesem Zweck werden die Nylon-Caps mittels Zentrierringen auf die Ball-
Patrizen aufgesteckt und ihre Oberfläche entweder mit etwas Kunststoffmonomer oder der
ersten Flüssigkeit eines Dentin-Bondings angelöst, die ellgussausparungen an der
Basisseite der Modellgussprothese werden mit Galvano-Klebezement oder
kaltpolimerisierendem Kunststoff halb gefüllt, die Prothese mit leichtem Druck in die
richtige Mundlage gebracht und der Patient gebeten, in habitueller Schlussbisslage zu
schließen . Nach Erhärten des Kunststoffs wird die Prothese entnommen und eventueller
Kunststoffüberschuss entfernt, die Gummi-Zentrierringe entfernt und der Patient in Pflege
und Handhabung seiner neuen Zähne unterwiesen.
Fertiggestellte Unterkieferprothese
Andauen der Nylon-Caps
mit leeren Modellgussgaragen für
Nylon-Cap-Matrizen
Befüllen der Modellgussgaragen
Positionieren der Prothese im Mund
mit Komposit-Kleber
Andrücken auf Ball-Attachements
Patient schliesst in habitueller
Schlussbisslage

Eingeklebte Nylon-Cap-Matrizen
Selbstverständlich können auch vier Implantate verwendet werden und mit dieser Anzahlder Oberkiefer nach dem gleichen Konzept versorgt werden.

Eingeklebte Nylon-Cap-Matrizen
Mit dieser simpler-in-practice-Versorgung haben wir und die mit uns arbeitenden
Kolleg(inn)en schon viele Patienten glücklich gemacht, die ansonsten nicht in den Genuss
des implantologischen Fortschritts gekommen wären.
Die Versorgung erfüllt alle Anforderungen, die wir eingangs gestellt haben:
=> medizinisch notwendige Mindestzahl an Implantaten
=> möglichst preiswertes Verbindungselement: Ball-Attachement
=> möglichst wenige Implantatzubehörteile:
keine Sulkusformer, temporäre Verschraubungen, keine Abformpfosten
=> einfache zahntechnische Ausführung
=> wenig implantologische Spezialkenntnis bei der zahnärztlichen Suprastruktur: starke
Anlehnung an die Cover-Denture-Prothetik
Durch die konzeptionellen Einsparungen bei der Arbeitszeit des Implantologen und
zahnärztlichen Prothetikers, der Implantate, Implantatzubehörteile und - spezialwerkzeuge
und der einfachen zahntechnischen Ausführung kann diese Versorgung preiswert
angeboten werden.
Jeder Preis muss natürlich individuell für die einzelne Praxis und ihre Gegebenheiten
kalkuliert werden. Um implantologisch unerfahrenen Kolleginnen und Kollegen eine
Vorstellung zu geben, darf ich hier darlegen, dass wir und die mit uns
zusammenarbeitenden Kolleginnen und Kollegen diese Versorgung unseren Patienten für
einen Eigenanteil von 3.000,00 € bis 3.3000,00 € anbieten können.
Im vierten Teil der Artikelserie werden wir Ihnen drei weitere interessante simpler-inpractice-Varianten vorstellen und einen Ausblick auf die implantat-prothetische Zukunft
aus unserer Sicht geben.
backZurück
Autoren: Dr. Rossa & Partner Implantologen aus Ludwigsburg | © Design by Werbeagentur Büdingen | Diesen Homepage ist XHTML and CSS valid.